Neue Informationen zu COVID-19: Guatemala bereitet sich auf die Impfung der Bevölkerung vor

Liebe Freunde und Freundinnen des Freundeskreises Guatemala,

auch in Guatemala tut sich etwas in Sachen Impfungen. Nun gibt es erste offizielle Informationen, wie die Impfungen gegen COVID-19 in unserem Partnerland durchgeführt werden sollen. Vieles läuft deutlich langsamer als bei uns in Deutschland. Zudem fehlt den Menschen das Vertrauen in die Regierung, ob auch wirklich in allen Landesteilen der Impfstoff ankommen wird. Von unseren Partner in Guatemala, Luis und Estuardo Palacios, haben wir bisher folgendes erfahren:

  • In Guatemala werden verschiedene Impfstoffe zum Einsatz kommen. Im Moment ist von der guatemaltekische Regierung geplant, die Impfstoffe von AstraZeneca, BioNTech und Moderna zu kaufen und einzusetzen.
  • Die Gesundheitsministerin Amelia Flores gab vor einigen Wochen bekannt, dass das Gesundheitsministerium an dem Programm COVAX (COVID-19 Vaccines Global Acces) teilnehmen wird. Mit diesem Programm werden ärmere Länder unterstützt. Das Programm finanziert die Impfungen für einen Teil der Bevölkerung in Guatemala. Voraussichtlich können durch die Unterstützung von COVAX 20 Prozent der Guatemalteken geimpft werden.
  • Das Gesundheitsministerium hat darüber informiert, dass zusätzlich eine Summe von 10,5 Mio. $ (= Q 81,9 Mio.) für die Impfungen vorgesehen wurde. Mit diesem Betrag wird es möglich sein, weitere 15 Prozent der Bevölkerung zu impfen.
  • Die Coprecovid (Comisión Presidencial para la Prevención del COVID-19 = Kommission des Präsidenten zur Verhinderung von COVID-19) hat die Kosten pro Impf-Dosis berechnet. Jede Impfung kostet demnach 21,00 $ (= Q 163,80). Da die Impfung in zwei Phasen durchgeführt werden muss, kostet jede $ 10,50. Bei diesem Preis sind der Transport, die Lagerung und das Impf-Personal noch nicht eingerechnet.
  • Noch ist nichts über die Verteilung oder die Lagerung der Impfungen bekannt. Die Gesundheitsministerin versichert aber, dass die Impfungen nicht zentral durchgeführt werden sollen. Daher gehen wir davon aus, dass jede Region in Guatemala selber für die Durchführung der Impfungen verantwortlich sein wird. Das wiederum bedeutet, dass der Preis pro Impf-Dosis sich noch deutlich erhöhen könnte. Denn es müssen die Voraussetzungen dafür geschaffen werden, dass die Impfungen in den verschiedenen Regionen Guatemalas durchgeführt werden können. Es müssen Impfzentren aufgebaut und das Personal geschult werden, zudem müssen Lagermöglichkeiten für den Impfstoff zur Verfügung stehen. Bisher gibt es nur zwei Impfzentren in der Hauptstadt.
  • Die Coprecovid hat bereits die Liste derjenigen veröffentlicht, die zuerst eine Impfung erhalten sollen. Zunächst sollen das medizinische Personal, Mitarbeiter des Rettungsdienstes, Feuerwehrleute, Polizei, Militär, Lehrer sowie alle Personen über 60 geimpft werden. In einer zweiten Phase sollen Personen mit einem erhöhten Gesundheitsrisiko geimpft werden. Zu diesem Personenkreis gehören Menschen mit Diabetes, Bluthochduck, AIDS, Krebs etc. Alle anderen müssen warten, bis weitere Impf-Dosen eingekauft werden. Von einem Start der Impfungen kann vor Mai nicht ausgegangen werden.

Nach der Einschätzung von Luis und Estuardo fehlt es noch an Vorbereitung und Planung bis die Impfungen in Guatemala durchgeführt werden können. Das staatliche Gesundheitssystem ist insgesamt nicht auf eine solche Situation vorbereitet – die Defizite des Systems werden gerade jetzt deutlich. Daher ist davon auszugehen, dass auch private Firmen Impfungen durchführen werden. Es ost davon auszugehen, dass diese Firmen deutlich höhere Preise als staatliche Einrichtungen nehmen werden. Für viele Menschen könnte es schwierig werden, sich impfen zu lassen, da sie sich eine Impfung nicht leisten können.

Wir werden die Entwicklungen in Guatemala eng verfolgen und berichten, sobald wir neue Informationen haben.